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TIPPS UND TERMINE

Mahnmal
Schoa-Mahnmal von Rachel Whiteread.
auf dem Wiener Judenplatz.Es stellt eine
nach außen gekehrte und hermetisch
abgeschlossene Bibliothek dar.

Theater

Film

Musik

Ausstellungen


Theater

Verklärte Nacht

Uraufführung des Stückes von Joshua Sobol

Der israelische Erfolgsautor Joshua Sobol stellt sich  in seinem Stück „Verklärte Nacht“ vor, wie es mit der Generation Facebook weitergehen wird.

Szene: Echerer / Rippmann

Sie starren nur noch auf den Bildschirm,  das Checken der E-Mails muss noch vor dem Frühstück sein, dann hängt man am iPhone und geht abends mit dem iPad ins Bett. Der Wortschatz schrumpft, die Gefühle vertrocknen, was real ist, wird nicht mehr wahrgenommen, nicht mal der Nachbar auf dem Sofa, mit dem sie belanglose Floskeln austauscht.

Sobol hat die „Verklärte Nacht“ schon vor geraumer Zeit geschrieben, doch gab es damals, entgegen seiner Vision, noch kaum technische Möglichkeiten das Stück am Theater umzusetzen. Jetzt können Wände als Bildschirme ebnützt werden und per Touchscreen wird jedes Programm ins Bühnenzimmer geholt. Sobol lässt es sich nicht nehmen, bei der Urfaufführung selbst Regie zu führen.  

Joshua Sobol „Verklärte Nacht“ mit Mercedes Echerer und Erik Jan Rippmann. Premiere im Stadttheater Walfischgasse am 28. 1. 2012, 20 Uhr.
Weitere Termine.

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IchundIch

Drama von Else Lasker-Schüler

Die Dichterin Else Lasker-Schüler muss das Ende ihres Lebens verarmt und verbittert im Exil in Jerusalem verbringen. Heimisch ist sie in Israel nie geworden, ihre Sprache bleibt Deutsch.

probenbild
Leseprobe mit Juliane Gruner und Hans Diehl

In den Kriegsjahren 1940/41 schreibt sie ihr letztes Stück, „IchundIch”, teils in Prosa, teils in Versen. Eine Aufführung erlebte sie nicht mehr. Erst 1979 wurde das Stück in Düsseldorf von Michael Gruner uraufgeführt. Gruner ist auch der Regisseur der Aufführung im Theater Nestroyhof Hamakom.

Das komplexe Werk prangert in einem Stück-im-Stück auf dem Schauplatz der „Althölle“ die nationalsozialistische Gegenwart an. Zu sehen ist die Hauptprobe zu „Faust 3“ unter der Regie von Max Reinhardt. Die beiden „Hälftenteile“ der Dichterin, Faust und Mephisto, debattieren über den Zustand der Welt. Faust zweifelt angesichts der Vorgänge auf der Erde an Gott und begreift nicht, warum Mephisto die Nazis fördert. Als die Nazis jedoch beschließen, auch die Hölle zu erobern, zeigt Mephisto seine Macht.

„IchundIch“ von Else Lasker-Schüler, Österreichische Erstaufführung im Theater Nestroyhof Hamakom,Nestroyplatz 1, 1020 Wien.

Premiere am 24. Jänner 2012, 20 Uhr. Weitere Vorstellungen 25.1., 4., 10., 11. und 14.–18.Februar.
Inszenierung Michael Gruner, mit Hans Diehl, Hans Escher, Juliane Gruner und andere.

Kartenbestellung: Theater Nestraoyhof Hamakom

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Film

Filmabende im Jüdischen Museum

„Hier war ich einmal zu Haus“

Sie wurden gedemütigt, verfolgt, vertrieben, viele ihrer Familienmitglieder ermordet. 70 Jahre danach kommen neun österreichische Holocaust-Überlebende aus den USA, aus Israel, England, Argentinien und Australien zurück an die Schauplätze ihrer Kindheit – nach Wien. Sie treffen dabei auf ein neues Österreich, auf Menschen, die zuhören und aus der Vergangenheit lernen möchten.

Erika Freeman

Otto Deutsch, Erika Freeman, Yosef Friedlander, Max Lerner, Kurt Löwy, Lucie & Peter Paul Porges, Gertrude Rothschild und Kurt Sonnenfeld sind weise, lebensfrohe Menschen, deren ganz persönliche Überlebens-Geschichten bewegen und berühren. Sie gehen bewusst - zumeist das erste Mal seit der Vertreibung – an ihre Orte der Erinnerung, wie zum Beispiel in die Wohnung, aus der sie als Kinder oder Jugendliche hinausgeworfen wurden und aus der ihre Familienmitglieder in die Vernichtungslager der Nationalsozialisten deportiert wurden. Dort erzählen sie angesichts der ausgelösten Bilder und Erinnerungen ihre ganz persönliche Geschichte – unmittelbar, authentisch, emotionell, spürbar.

Der Film ist ein einzigartiges Zeitdokument, in dem die Überlebenden den Zuseher an ihren besonderen Lebenswegen auf eine berührende, traurige aber auch unterhaltsame Reise zwischen Vergangenheit und Zukunft teilhaben lassen.

Eine Produktion der Simon Wieland-Film in Kooperation mit dem Zeitgeschichte-Projekt “A Letter To The Stars”.
"Hier war ich einmal zu Haus", Filmabend am 13. Februar 2012, 19 Uhr, im Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien, Einlass 18.30 Uhr. Eintritt frei!

The Trotsky – Eine Komödie aus Kanada

Witzige Familien- und High-School-Komödie im heutigen Kanada. Der 1979 in Montreal geboreneSchauspieler und Regisseur Jacob Tierney nimmt sich mit Witz und Ironie der Teenie-Filme an und dreht mit THE TROTSKY eine Alternative mit Niveau, Charme und geistvollem Biss.

Filmplakat

Eine schräge, freche und anspruchsvolle Komödie über kanadisch-jüdische Lebenswelten, in der Jungstar Jay Baruchel („Million Dollar Baby“, „Tropic Thunder“ etc.) einen Studenten spielt, der sich für die kanadische Reinkarnation des russisch-jüdisch-kommunistischen Revolutionärs Leo Trotzki hält. Er nimmt soziale Werte und Ideale beim Wort, fordert Solidarität ein - wenngleich nicht immer mit den heute richtigen Mitteln.

Eine amüsante „High School Revolution“ beginnt, die alten Idealismus und junge Unverfrorenheit über Generationen filmisch gekonnt verbindet.

Jüdischser Filmclub im Jüdischen Museum Wien, Donnerstag, 23.2. 2012, Abendkassa ab 18.30 Uhr, Reservierungen unter www.juedischer-filmclub.at.

Ab sofort finden die Filmabende des jüdischen Filmclubs monatlich am Donnerstag um 19 Uhr im Jüdischen Museum Wien statt. Mit Einführung und Diskussion.
Am Donnerstag, 15. März wird der brasilianische Film "The Year My Parents Went On Vacation / O Ano em Que Meus Pais Saíram de Férias"

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Magie in Schwarzweiss

Ein preisgekrönter "Stummfilm" von Michel Hazanavicius

Mit dem Film "The Artist" ist der französische Regisseur Michel Hazanavicius mutig gegen den Strom geschwommen. Statt 3D oder Breitbild bringt er einen Stummfilm ins Kino und lässt seine Protagonisten ihre Gefühle tanzen. Ein Kinoerlebnis der besonderen Art.

Jean Dujardin

Was damals, in den Anfängen des Kinofilms aus der Not geboren war, die übertriebene Mimik, die fehlende Sprache, die gestelzten Untertitel, macht der französische Filmregisseur Hazanavicius mit Charme und Augenzwinkern zur Tugend. Zuerst aber schockiert er die Zuschauer mit aufregenden Szenen, die so echt wirken, dass man meint im falschen Film zu sitzen. Bald aber fällt der Groschen: Es sind nur Filmszenen, Filmszenen aus einer vergangenen Zeit als die Bilder zwar laufen aber nicht sprechen konnten. Sie dienen dazu, dem Publikum den glücklichen Helden vorzustellen, den Stummfilmstar und Liebling der Frauen, George Valentin. Personifiziert wird er von Jean Dujardin – Menjou-Bärtchen, schmelzender Bick, verführerisches Lächeln, selbstverliebt auf der Höhe seines Ruhmes. Rudolf Valentino lässt nicht nur dem Namen nach grüßen. Bald aber wird der Tonfilm erfunden und Valentins Stern sinkt, der immer schneller immer tiefer fällt, sein Geld, seine Freunde, seine Frau, seinen Lebensmut verliert und nur noch sein Selbstmitleid hat. Doch zum Glück, ist da Peppy (Bérénice Bejo), deren Karriere im neuen Tonfilm steil nach oben führt. In einer kleinen Szene zeigt Hazanivicius wie beider Karriere verläuft: Er und Sie treffen auf halber Höhe einer geschwungenen Treppe aufeinander. Sie schwebt hinauf, er stolpert hinunter.

Von der ersten Begegnung an, ist Peppy in den schönen Mann verliebt und bleibt es auch, als er nicht mehr reich und auch nicht mehr schön ist. Er will nichts davon wissen, weist ihre Hilfe mit dem letzten Restchen Stolz zurück. Aber – es ist ja ein Melodram aus der Stummfilmzeit – nach vielem Hin und Her und Auf und Ab, finden die beiden ja doch zueinander. Anders kann es auch im Jahr 2010 nicht sein. Und weil George Valentin nicht gelernt hat, auf der Bühne zu sprechen, wird getanzt. Eine hinreißende Steppszene ist Ende und Höhepunkt der entzückenden Schmonzette.
Die Geschichte ist hübsch, gibt auch Anlass zu einigen Tränchen, hat jedoch auch Tiefgang, vor allem in der Charakterisierung des anfangs erfolgreichen, später immer tiefer sinkenden Stars. Das Faszinierende an diesem bereits mehrfach preisgekrönten Filmkunstwerk ist jedoch die liebevolle Machart, die perfekte Technik, die sorgsame Führung der DarstellerInnen und der kunstvolle Aufbau. Man merkt dass Hazanavicius eine Hommage an das Kino gedreht hat, an seine Magie und seiner Vorbilder. Mit modernen Mitteln hat er einen alten Film gezaubert, der alle Merkmale der großen Meister trägt, von Fritz Lang über Orson Welles bis Charlie Chaplin, und sie zugleich sanft ironisiert. Angesichts der technische Perfektion (Kamera Guillaume Schiffmann) und der auf alten Melodien basierende Originalmusik von Ludovic Bource im Kontrast zur rührseligen Handlung wechsle ich zwischen amüsiertem, begeistertem Staunen aus der Distanz und kritiklosem Hineinplumpsen in die herzbewegende Handlung

Bérénice Bejo, Uggy

Gedreht hat Hazanavicius in leer stehenden Filmstudios in Hollywood (und dennoch keinen Hollywood-Film gemacht) und, detailversessen wie er ist, auch in der Villa des Stummfilmstars Mary Pickford. Jean Dujardin hat in Cannes den Preis als bester Darsteller bekommen, aber auch sämtliche anderen Rolle, vom polternden, Zigarre rauchenden Produzenten (John Goddman) über die vorbeihuschende Krankenschwester bis zum ergebenen Diener Valentins (very british Malcolm McDowell), sind exzellent besetzt.

Übrigens hat noch einer der Hauptdarsteller in Cannes eine Palme errungen: George Valentins ständiger Begleiter, Tröster und Retter, Uggy, als "bester aller Hundedarsteller." Auch drei Golden Globes hat der Film erhalten: Bester Film in der Kategorie Komödie/Musical, Bester Hauptdarsteller (Jean Dujardin), Beste Filmmusik (Ludovic Bource).

"The Artist" im Filmverleih Filmladen, ab 27. Jänner in den Kinos.

Der Text ist uns freundlicherweise von www.tanz.at zur Verfügung gestellt worden.

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American Passages

Ruth Beckermann bereiste das Innere von Amerika.

Sie fand Gewinner und Verlierer in Zeiten der Krise, aber auch die Überzeugung, dass jeder ein Recht hat, das Glück zu suchen.

Eine eindrucksvolle Collage von einer Reise quer durch elf Staaten von Amerika. Beckermann, die in New York Fotografie studiert hat, ehrt damit auch den großen Fotografen Robert Frank, der 1958 den Fotoessay „The Americans“ publiziert hat.

Der fröhliche Ton, der Eröffnungsszene (In Harlem wird Barak Obamas Wahlsieg gefeiert) wird bald gedämpfter, wenn Beckermann farbige wie weiße Frauen und Männer aufsucht, um von ihnen zu erfahren, wie sie leben, was sie denken, worauf sie hoffen.

Filmszene

Bewusst hat die Regisseurin die großen Städte vermieden, drehte in Hinterhöfen und Garagen und begleitete ihr Kamerateam (Antoine Parouty, Lisa Rinzler) in Autobahnraststätten und in Versammlungshäuser. Vornehmlich im tiefen Süden (Mississippi, Alabama, Tennessee, Georgia, Arkansas), aber auch in Oklahoma, Arizona und Nevada hat Beckermann recherchiert und gedreht und sowohl die Bestätigung so manchen europäischen Vorurteils als auch dessen Widerlegung gefunden. Als symptomatische (Asunahme-) Orte hat Beckermann auch in Las Vegas und New York gedreht.. "Diese zwei Orte waren mir wichtig, gerade weil jeder mir sagt: Das ist nicht Amerika. Natürlich sind New York und Las Vegas nicht typisch amerikanisch, aber was bedeutet das schon. Iich finde, dass gerade Las Vegas ein sehr symbolischer Ort ist."

Sämtliche anderen Drehorte sind kaum identifizierbar, nur wenn ein Gesprächspartner, eine Gesprächspartnerin selbst erwähnt, woe sie lebt oder arbeitet. Es geht in diesem Film nicht um bestimmte Orte oder Landschaften, sondern um Menschen, die Auskunft über sich selbst und ihr Land geben. Und sie tun dies mit engagement und ohne Scheu.

Filmszene

"Es ging mir darum, keine speziellen Orte als Orte zu zeigen, ich filmte an Nicht-Orten, die in ganz Amerika gleich sind: Autobahnen, Diners, Garagen etc., also Funktionsorte. Ich habe Passagen durch Amerika gelegt, um Szenen einer Vielfalt zu montieren, die eine Collage - ein fragmentarisches Bild - ergeben sollten." (Ruth Beckermann)

Ein dokumentarischer Essay, der nicht die ganze, aber einen bemerkenswerten Teil der amerikanischen Realitätt zeigt. Unmittelbar und direkt bringt Beckermanns Film r die Energie und Zukunftsgläubigkeit einer Nation auf die Leinwand, aber auch, dass der Optimismus nicht mehr ungebrochen ist.

American Passages, Dokumentarfilm von Ruth Beckermann, Votivkino, Wien 1090

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Die Höhle der vergessenen Träume / Cave Of Forgotten Dreams

Die Malereien der Höhle von Chauvet

Ein Film von Werner Herzog und Peter Zeitlinger

 1994 entdeckten Höhlenforscher in der französischen Ardèche eine Sensation: Etwa 400 Wandbilder schmücken seit 30.000 Jahren und mehr ein riesiges Höhlensystem. Der Höhleneingang war seit Jahrtausenden durch einen Felssturz verschlossen, sodass sich die Bilder von teilweise längst ausgestorbenen Säugetieren und Vögeln nahezu unversehrt erhalten konnten. Der Fund ist so kostbar, dass die Höhle, verschlossen und bewacht, für kaum jemanden zugänglich.

Höhlenmalerei

Dennoch gelang es dem Filmemacher Werner Herzog und seinem Kameramann Peter Zeitlinger, die Erlaubnis zu erhalten, für wenige Stunde ohne Scheinwerfer in der Höhle zu filmen. Das Ergebnis (in 3-D) ist atemberaubend. Eine wahre Bilderflut stürzt auf die Zuschauerin ein, als befände sie sich selbst mitten in der Höhle.

Herzog beschränkt sich nicht darauf die Höhlenmalerei abzufilmen, neben den faszinierenden Bildern gelingt Herzog immer wieder in Gesprächen mit Wissenschaftlern durch sein aufmerksames Nachfragen und die Kunst des bewussten Abschweifens eine Menschlichkeit aufblitzen zu lassen, die so eine allzu technokratische Perspektive verhindert. Sein lautes Nachdenken über die menschliche Natur samt ihrem Bedürfnis nach Kunst und Kultur und über die Entwicklung der Menschheit, deren Beginn mehr als 35.000 Jahre zurückreicht, berührt ebenso tiefe Schichten in der Zuschauerin wie die eindrucksvollen Bilder (und nicht zuletzt die Filmkunst von Regisseur Herzog und seinem Kameramann Zeitlinger).

Ab 4. November in 3-D, auf der größten Leinwand der Stadt,  Gartenbaukino , Parkring 12, 1010 Wien.
Tickets: kino@gartenbaukino.at

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Musik

NEUE CDs

Lost Causes

Daniel Kahn & the Painted Bird

CD-Cover

Daniel Kahn aus Detroit siedelte 2005 nach Berlin und gründete „The Painted Bird“. Er singt Englisch, Deutsch und Jiddisch und bringt auch auf seinem neuen Album, dem dritten, eine virtuose Mischung aus Klezmer, radikalen jiddischen Songs, politischem Kabarett und Punk Folk.

Ob er Lieder von Bert Brecht / Kurt Weill, eigene Songs, seine Version deutscher Schlager oder adaptierte jiddische Klassiker bringt, immer wird Kahn seinem Ruf als Kult-Klezmorik, bei dessen Musik sich das Publikum unterhält, auch tanzt. Und doch meint Kahn seine subversiven Texte, seine oft punkige Musik ganz ernst.

Er tritt mit seiner Band in Lederjacke mit Hut im Berliner Kaffee Burger auf und singt, rockig, zärtlich, politisch und poetisch, über innere Emigration und den Marsch der Arbeitslosen. Manchmal wird dazu getanzt. „Verfremdungsklezmer“ nennt er das und man darf froh sein die „Laust Causes“, die „Verlorenen Dinge“ gefunden zu haben.

Daniel Kahn & the Painted Bird: Laust Causes, RIENCD 77, Vertrieb in Österreich: Lotusrecords.

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Song and Prayer

Shmuel Barzilai

Sein vielseitiges Können hat Oberkantor Shmuel Barzilai bereits auf mehreren CD’s unter Beweis gestellt. Er wurde in Jerusalem als Sohn einer bekannten Kantorenfamilie geboren und studierte an der Yeshiva „Beer Yaakov", K’nesset Chiskijahu und Hevron. Er ist Absolvent des Institutes für Musik und kantoralen Gesang in Tel Aviv, wo er bei einer Reihe von weltberühmten Kantoren und Musikern, unter anderem bei Moshe Stern, Naftali Herstik und Shmuel Taube, studierte. Seit 1992 ist Shmuel Barzilai Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien. An der Wiener Universität machte er auch seinen Magister der Philosophie und Judaistik und veröffentlichte 2007 das Buch „Musik und Ekstase im Chassidismus”.

 

Seit 1992 ist Shmuel Barzilai Oberkantor der israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Gebren wurde er in Jerusalem als Sohn einer bekannten Kantorenfamilie. Barzilai studiertean der Yeshiva „Beer Yaakov", K’nesset Chiskijahu und Hevron und ist Absolvent des Institutes für Musik und kantoralen Gesang in Tel Aviv, wo er von einer Reihe weltberühmteCD Coverr Kantoren und Musiker, unter diesen Moshe Stern, Naftali Herstik und Shmuel Taube, unterrichtet wurde.

Nach der Übersiedlung nach Wien machte er an der Universität seinen Magister der Philosophie und Judaistik und veröffentlichte 2007 das Buch „Musik und Ekstase im Chassidismus”.

Die neue CD „Song and Prayer" umfasst liturgisch-kantorale Gesänge, aber auch Lieder wie „A Yiddishe Mame”. Der Tenor besticht auf dieser Sammlung von Gesängen auch durch seine unverkennbare Stimme. Begleitet wird er von dem S.F.Y. Philharmonic Orchestra und Choir unter der Leitung von Mordechai Sobol. Bei „Retze Atiratam” von Yosef Rosenblatt, „Kehilot Hakodesh” von Shmuel Malavsky und Mordechai Sobols „Oseh Shalom” erhält Barzilai Unterstützung vom Wunderkind Yonatan Shainfeld,dessen Stimme jene des Kantors fabelhaft kontrastiert. Beim Friedenslied wirkt auch Cantor Moshe Stern mit.

Ein musikalisches Erlebnis, das man sich immer wieder gönnen kann.

Shmuel Barzilai: Song and Prayer, erhältllich im guten Fachhandel oder im ORF-Shop.

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AUSSTELLUNGEN

Angelo Soliman – um 1721–1796

Ein Afrikaner in Wien

Portraet Soliman
Angelo Soliman, um 1750
Johann Gottfried Haid
(nach Johann Nepomuk Steiner)

Die Geschichte des "fürstlichen Hofmohren" Angelo Soliman ist Teil der Wiener Stadtmythologie, nicht zuletzt durch die Schändung und Präparierung seiner Leiche für das kaiserliche Naturalienkabinett: Ein Mann mit außergewöhnlicher Karriere im aufgeklärten Wien wurde im Museum als halbnackter "Wilder" mit Federn und Muschelkette präsentiert.

Um 1721 in Afrika geboren, wurde Soliman als Kindersklave nach Sizilien verkauft und kam als Diener, Soldat und enger Vertrauter zunächst in den Dienst von Feldmarschall Lobkowitz. Ab 1753 lebte er in Wien, wo er im Hofstaat der Fürsten Liechtenstein eine wichtige Rolle spielte – als Kammerdiener und Erzieher der Fürstenkinder, aber auch als exotisches "Prunkstück" für höfische Repräsentation. Gegen den Willen des Fürsten heiratete er und lebte einige Jahre als Privatier und Hausbesitzer in der Vorstadt. Als Freimaurer war Soliman auch mit Mozart und bedeutenden Wissenschaftlern in Kontakt. Nach orientalischem Geschmack gekleidet, war er eine bekannte und geschätzte Wiener Persönlichkeit.

Soliman ist der erste nichteuropäische Zuwanderer in Wien, dessen Leben ausreichend dokumentiert ist, um ihn als Person zu erschließen. Doch die Grenze zwischen belegbaren Fakten und anekdotischer Überlieferung sind fließend. Soliman bleibt Projektionsfläche, je nach Perspektive der Betrachtung: Er ist Kuriosum und erfolgreicher Migrant, ewiger Sklave und bürgerlicher Aufsteiger, Vorbild und Märtyrer. In seiner Biografie sind Emanzipation und Zwangsassimilierung eng miteinander verwoben.

Mohrenfigur
Mohrenfigur, um 1747–1749
Galerie Bednarczyk, Wien

Neben der Biografie von Angelo Soliman und deren historischem Umfeld behandelt die Ausstellung auch die Rezeptionsgeschichte: Idyllische Einordnungen ins alte Wien finden sich ebenso wie phantasievolle Variationen von Musil oder Herzmanovsky-Orlando und antirassistische Kritik der Legendenbildung um den prominenten Afro-Österreicher. Ein weiteres Thema ist die Fortschreibung von Afrikaner-Stereotypen und latentem Rassismus bis heute. Den Abschluss bilden Video-Statements von heute in Wien lebenden Menschen mit afrikanischem Migrationshintergrund.

Idee und Konzept der Ausstellung stammen von Philipp Blom, Historiker und Publizist. Zu sehen sind rund 250 Objekte, darunter berühmte zeitgenössische Ölbilder, Lebensdokumente Solimans sowie Darstellungen von Afrikanern vom 18. Bis ins 20. Jahrhundert. Architekt Luigi Blau hat die überaus sehenswerte Ausstellung, die aus dem 18. Jahrhundert direkt in die Gegenwart führt, gestaltet.

Angelo Soliman – Ein Afrikaner in Wien, bis 29. Jänner 2012 im Wien Museum, Karlsplatz, 1040 Wien. Dienstag bis Sonntag und Feiertag, 10 bis 18 Uhr.

 

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Zenta Komad

Spirituality is not Shopping

Bild

Die österreichische Künstlerin Zenita Komad befasst sich bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Spiritualität. Stets geht es um den Zusammenhang zwischen kulturell-historischen Kontexten und der je eigenen existentiell-personalen Grundhaltung des Individuums. 

Mit dem Titel ihrer Ausstellung im Museum Judenplatz hält sie sich viele Interpretationsmöglichkeiten offen: „Spirituality is not Shopping“ stammt aus einer ihrer Zeichnungen. Zugleich bezieht sich Zenita Komad mit der Verwendung von Zahlen, Wörtern und Bildern auf kulturhistorische Motive von weiter gefasster Bedeutung.

121 Zeichnungen, die Zenita Komad generell als bildliche – und manchmal auch wörtliche – Niederschriften von Denkprozessen versteht, sind im Museum Judenplatz zu sehen. Als Spiel ist die Installation im Hauptraum zu sehen (und zu nutzen). Unter Beteiligung von Rebekka Hagg, Thomas Amann und Markus Mittringer entwickelte die Künstlerin ein Orakel, das den Besucherinnen eine Antwort auf eine sinnige Frage gibt und mit den Bildern der Ausstellungen gedanklich verlinkt ist.

Kurze (Merk-)Sätze werden auch im Film von Rebekka Hagg geschenkt. Je acht Frauen und Männer, sprechen in einer Assoziationskette Interpretationen bekannter Begriffe aus der Gefühlswelt.

Zenita Komad: Sprituality is not Shopping. Bis 4. März .2012 im Jüdischen Museum Judenplatz, Judenplatz 8, 1010 Wien.
Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag, 10–18 Uhr, Freitag, 10–14 Uhr.

Letzte Änderung: 01.02.2012
Webmeisterin+Redaktion: Mag. Ditta Rudle
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