Ende Jänner 2011 wurde mit der Funktionssanierung des Jüdischen Museums Wien am
Standort Dorotheergasse im Palais Eskeles begonnen. In neun Monaten Umbauzeit wurde nicht
nur die Infrastruktur im Haus auf letzten Stand gebracht - vom Einbau neuer Aufzüge bis zur
kompletten Erneuerung der Klima- und Haustechnik - sondern es wurden auch für das Publikum
besonders deutlich sichtbare Zeichen gesetzt.

So wurde die Außenfassade komplett restauriert und der Eingangsbereich des Museums historisch weitgehend originalgetreu wiederhergestellt, es entstand eine großzügige Empfangssituation mit einem zentralen Kassen- und Informationsbereich und dem neuen Museumscafé Felber. Der Bookshop Singer ist am alten Platz, wurde aber vollständig modernisiert und bietet dem Publikum noch mehr Auswahl. Der neue, größere Veranstaltungssaal ist nunmehr im zweiten Stock des Hauses.
An der Fassade gestaltete die international renommierte Künstlerin Brigitte Kowanz eine Lichtinstallation, die auf das Museum hinweist. Neben den neu gestalteten ständigen Ausstellungen ist von 19. Oktober 2011 bis 15. April 2012 mit „BIGGER THAN LIFE. 100 Jahre Hollywood. Eine jüdische
Erfahrung“ die erste spannende Wechselausstellung im Palais Eskeles in der Dorotheergasse
11 zu sehen.
Die ständigen Ausstellungen verteilen sich auf drei Ausstellungsbereiche: Im Schaudepot des
Museums werden die Sammlungen vorgestellt und in einen historischen Zusammenhang
gestellt – mit den Orten, aus denen die Objekte stammen, den Synagogen oder den Sammlern
wie etwa Max Berger oder Martin Schlaff.
Das Atelier des Jüdischen Museums wird in Zukunft nicht nur eine Werkstatt sein, sondern wurde auch zum Ausstellungsraum. Die Rituale in einem jüdischen Leben werden hier anhand von Museums-, aber auch Alltagsobjekten dargestellt. Im Audioguide führen zwei Jugendliche dazu einen Dialog und bringen jungen und erwachsenen BesucherInnen den jüdischen Alltag näher. Im Erdgeschoß des Museums wird mit „Wien.

Jüdisches Museum. 21. Jahrhundert“ eine Ausstellung gezeigt, die als erste Etappe auf dem Weg zur neuen Dauerausstellung konzipiert ist, die ab Herbst 2012 zu sehen sein wird. Hier werden dem Publikum jene Themenbereiche präsentiert, die dem Museumsteam für die
zukünftige Dauerausstellung wichtig erscheinen und die BesucherInnen werden eingeladen, ihre Fragen und Ideen mit dem Museumsteam zu diskutieren. Außerdem arbeitet Peter Rigaud an einem neuen Fotoprojekt mit den MitarbeiterInnen des Museums.
Jüdisches Museum Wien, Palais Eskeles, Dorotheergasse 11, 1010 Wien. Öffnungszeiten: Sonntag bis Freitag, 10–-18 Uhr
Samstag geschlossen.
Jüdischses Museum am Judenplatz, Judenplatz 8, 1010 Wien. Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag, 10–18 Uhr, Freitag, 10–14 Uhr, Samstag geschlossen.
Den Literaturpreis der Österreichischen Industrie, den ANTON WILDGANS PREIS 2010, erhielt Doron Rabinovici. Dieser Preis wurde das erste Mal 1962 vergeben, wird jährlich an eine österreichische Schriftstellerin oder Schriftsteller der jüngeren oder mittleren Generation verliehen,“ deren /dessen Schaffen die abschließende Krönung noch erwarten lässt. In ihrer Laudatio unterstrich Barbara Neuwirth das Talent Doron Rabinovicis, sich mit Fragen der Identität und Geschichte auseinanderzusetzen. Vergangenheit und Gegenwart fließen ineinander und er versteht diese Problematik in raffiniert humorvoller Weise zu vermitteln.
Hier finden Sie die Dankesrede
Hier finden Sie Texte, die nach Fertigstellung der aktuellen gedruckten Ausgabe der Illustrierten Neuen Welt geschrieben worden sind, Ihnen aber wegen ihrer Aktualität nicht vorenthalten werden sollen.


Im imperialen Rahmen der Wiener Hofburg überreichte Bundespräsident Heinz Fischer das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern an Oberleibern Chaim Paul Eisenberg.
Eisenberg erhielt die Ehrung für seinen jahrelangen Einsatz gegen Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
In ihrer Laudatio unterstrich Danielle Spera, Direktorin des Jüdischen Museums Wien, Humanität und Humor des Ausgezeichneten.
Paul Chaim Eisenberg wurde am 26. Juni 1950 in Wien geboren. Sein Vater Akkiba überlebte die Shoah in Ungarn und war Oberrabbiner bis zu seinem Tod im Jahr 1983. Paul Chaim brach sein Mathematikstudium ab, um in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Er besuchte die Rabbinerschule in Jerusalem. In seiner Dankesrede betonte Paul Chaim Eisenberg, dass er den Stern dem Gedanken an alle, die einmal einen anderen Stern tragen mussten, widme. Der Oberrabbiner ist der Überzeugung, dass die Vielfalt der Menschen die Essenz unseres Daseins ist. Ihm ist es zu danken, dass die Einheit der jüdischen Gemeinde in Wien gewahrt ist.

Anlässlich des 150. Geburtstages von Theodor Herzl, dem Begründer des Zionismus hat die INW eine Gedenkausgabe in englischer Sprache herausgebracht.
Dabei erinnern wir uns auch, dass Theodor Herzl der Begründer unserer Vorgängerin, der Zeitschrift "Die Welt" war. "Die Welt" erschien ab 1897 monatlich als Informationsschrift der zionistischen Bewegung. Theodor Herzl wurde 1904 auf dem Döblinger Friedhof in Wien begraben. 1949 wurden die Särge Theodors und seiner Eltern im Wiener Stadttempel aufgebahrt, um danach nach Jerusalem überführt zu werden. Herzl und seine Familie sind auf dem Herzlberg in Westjerusalem beigesetzt.
Die Dokumentation, mit Artikeln namhafter Autorinnen und Autoren, ist in Kooperation mit dem World Zionist Organization Office (Department for Zionist Activitis) erschienen und wird in Israel verlegt. Die Auflage fand großen Anklang ist nahezu ausverkauft.
Zu Ihrer Information können Sie das PDF der Gedenkausgabe herunter laden.
Eric Pleskow, bereits Ehrenbürger der Stadt Wien, hat nun auch das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich erhalten.

„Mit Eric Pleskow hat die Viennale seit über 10 Jahren den geradezu idealen Präsidenten. Seine Integrität, seine Großzügigkeit und seine Loyalität sind das schönste Geschenk, das ein Filmfestival bekommen kann“, stellt Festival-Direktor Hans Hurch fest. „Im Lauf der Jahre ist Eric Pleskow zu einem wirklichen Freund geworden. Darauf sind wir stolz und zugleich dankbar.“
Eric Pleskow ist der Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien. Nach dem „Anschluss“ Österreichs und der „Arisierung“ der elterlichen Wohnung musste er mit seiner Familie 1938 in die USA fliehen. Dort wurde er 1943 zum Militär einberufen und kam aufgrund seiner Fremdsprachenkenntnisse zur Abwehr.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Pleskow wieder nach Europa zurück und führte Verhöre in Entnazifizierungsverfahren. Dank einer kurzen Einführung in Filmschnitt, die er noch vor seiner Einberufung absolviert hatte, wurde er 1945 Filmoffizier. Als solcher wurde er mit dem Wiederaufbau der Bavaria Studios beauftragt.
In den USA stieg er zu einem der bedeutendsten Männer des Filmbusiness auf. Als Präsident der Produktionsfirmen United Artists und Orion Pictures zeichnete er für insgesamt 14 Oscarprämierte Filme verantwortlich: darunter "The Apartment" von Billy Wilder, "One Flew Over the Cuckoo’s Nest" und" Amadeus" von Milos Forman, "Dances With Wolves" von Kevin Costner und"Silence of the Lambs" von Jonathan Demme. Pleskow blieb aber während dieser Zeit auch immer in Kontakt mit dem europäischen Film und arbeitete etwa mit Federico Fellini, Francois Truffaut, Pier Paolo Pasolini und Bernardo Bertolucci.
Seit 1998 ist Eric Pleskow Präsident der Viennale.
Die Wiener Malerin, geboren 1927, hat nach der Ehrung mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien im September 2009 nun auch das Österreichische ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erhalten. Die Überreichung fand am 27. Mai 2010 statt.

Soshana, wie sich die Künstlerin nennt, musste 1938 mit ihrer Familie aus Österreich fliehen und gelangte über Frankreich nach England und später in die Vereinigten Staaten, wo sie 1941 bei Beys Afroyim, den sie später auch heiratete, malen lernte. Nach ausgedehnten Reisen in alle Weltgegenden zog Soshana 1972 nach Jerusalem, verließ jedoch Israel nach dem Yom Kippur Krieg in Richtung New York. Seit 1985 lebt und arbeitet Soshana wieder in Wien. Sie hat ihr gesamtes schriftliches Archiv (Mansukripte, Fotos, Journale, etc) der Österreichischen Nationalbilbiothek vermacht.
Letzte Änderung: 18.10.2011
Webmeisterin+Redaktion: Mag. Ditta Rudle
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