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Letzte Meldungen

Aktuelle Kommentare und Berichte

Hier finden Sie Texte, die nach Fertigstellung der aktuellen gedruckten Ausgabe der Illustrierten Neuen Welt geschrieben worden sind, Ihnen aber wegen ihrer Aktualität nicht vorenthalten werden sollen.

Danielle Spera wird Direktorin des Jüdischen Museums Wien

Danille Spera wird mit 1. Juli 2010 künstlerische Leiterin des Jüdischen Museums in Wien. Die 52-Jährige folgt auf Karl Albrecht Weinberger, der seit 1998 künstlerischer Leiter Hauses ist und dessen Vertrag kommendes Jahr ausläuft. Speras Vertrag wird fünf Jahre laufen.

D. Spera

Für die ORF-Moderatorin, ist das Judentum in seiner Kultur und Religion ein ganz persönliches Anliegen, sagt sie. "Mit großer Leidenschafat" will sie neue Publikumsschichten gewinnen und vor allem in der nicht-jüdischen Bevölkerung, das "Judentum erlebbar machen".

Danielle Spera wurde am 10. August 1957 in Wien als Kind jüdischer Eltern geboren, besuchte aber eine katholische Privatschule. Sie studierte Publizistik und Politikwissenschaft in Wien, promovierte 1983, das Thema ihrer Dissertation waren die Wahlkämpfe der Sozialdemokratischen Partei in der Zwischenkriegszeit.

Spera ist seit 1978 Mitarbeiterin des ORF, daneben aber auch als Autorin und Publizistin (etwa als Mitbegründerin und MItarbeiterin des jüdischen Kulturmagains Nu) tätig. Danielle Spera ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Großes Ehrenzeichen für den Viennale-Präsidenten Eric Pleskow

Eric Pleskow, bereits Ehrenbürger der Stadt Wien, hat nun auch das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich erhalten.

Eric Pleskow

„Mit Eric Pleskow hat die Viennale seit über 10 Jahren den geradezu idealen Präsidenten. Seine Integrität, seine Großzügigkeit und seine Loyalität sind das schönste Geschenk, das ein Filmfestival bekommen kann“, stellt Festival-Direktor Hans Hurch fest. „Im Lauf der Jahre ist Eric Pleskow zu einem wirklichen Freund geworden. Darauf sind wir stolz und zugleich dankbar.“

Eric Pleskow ist der Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien. Nach dem „Anschluss“ Österreichs und der „Arisierung“ der elterlichen Wohnung musste er mit seiner Familie 1938 in die USA fliehen. Dort wurde er 1943 zum Militär einberufen und kam aufgrund seiner Fremdsprachenkenntnisse zur Abwehr.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Pleskow wieder nach Europa zurück und führte Verhöre in Entnazifizierungsverfahren. Dank einer kurzen Einführung in Filmschnitt, die er noch vor seiner Einberufung absolviert hatte, wurde er 1945 Filmoffizier. Als solcher wurde er mit dem Wiederaufbau der Bavaria Studios beauftragt.

In den USA stieg er zu einem der bedeutendsten Männer des Filmbusiness auf. Als Präsident der Produktionsfirmen United Artists und Orion Pictures zeichnete er für insgesamt 14 Oscarprämierte Filme verantwortlich: darunter "The Apartment" von Billy Wilder, "One Flew Over the Cuckoo’s Nest" und" Amadeus" von Milos Forman, "Dances With Wolves" von Kevin Costner und"Silence of the Lambs" von Jonathan Demme. Pleskow blieb aber während dieser Zeit auch immer in Kontakt mit dem europäischen Film und arbeitete etwa mit Federico Fellini, Francois Truffaut, Pier Paolo Pasolini und Bernardo Bertolucci.

Seit 1998 ist Eric Pleskow Präsident der Viennale.

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Ben Segenreich vertritt den Österreichischen Auslandsdienst in Israel

Seit 1992 leisten österreichische Zivildienstpflichtige Gedenkdienst in Holocaust-Gedenkstätten.
1998 hat der Verein Österreichischer Auslandsdienst seine Arbeit auf Sozial- und Friedensdienst-Projekte ausgedehnt.

Aus den bescheidenen Anfängen ist ein weltweites Netzwerk in 35 Staatengeworden.

Ben Segenreich

Als weiteren Schritt hat der Verein Österreichischer Auslandsdienst unter dem Vorsitz von Professor Ernst Florian Winter einen Internationalen Rat eingerichtet.

Der ORF-Korrespondent Ben Segenreich ist nun Mitglied in diesem Internationalen Rat.

Weitere Mitglieder des Österreichischen Auslandsdienstes:

Argentinien – Erika Rosenberg; Brasilien – Alberto Dines; Deutschland – Thomas Rabe; Frankreich – Michel Cullin; Indien – Barbara Nath-Wiser; Italien – Camilla Burnelli; Palästine – Andreas Sami Pruahart; Schweden – Gerald Nagler; Ungarn – György Dalos; USA – Anna Rosmus. Der Vorsitzende ist Andreas Maislinger.

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Goldenes Verdienstzeichen für Soshana Afroyim

Die Wiener Malerin, geboren 1927, erhält am 2. September 2009 aus Anlass hres 82. Geburtstages das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien.

Porträt gemalt

Soshana, wie sich die Künstlerin nennt, musste 1938 mit ihrer Familie aus Österreich fliehen und gelangte über Frankreich nach England und später in die Vereinigten Staaten, wo sie 1941 bei Beys Afroyim, den sie später auch heiratete, malen lernte. Nach ausgedehnten Reisen in alle Weltgegenden zog Soshana 1972 nach Jerusalem, verließ jedoch Israel nach dem Yom Kippur Krieg in Richtung New York. Seit 1985 lebt und arbeitet Soshana wieder in Wien. Sie hat ihr gesamtes schriftliches Archiv (Mansukripte, Fotos, Journale, etc) der Österreichischen Nationalbilbiothek vermacht.

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Ehrenpreis der Concordia für Erika Weinzierl

E. Weinzierl

Der diesjährige Ehrenpreis der Concordia  für das Lebenswerk ging an Univ. Prof. Erika Weinzier, jahrelang Vorstand am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien, für ihre jahrzehntenlangen Einsatz gegen Antisemitismus und Rassismus. Laudator Univ.Prof. Friedrich Stadler nannte sie die „Mutter Courage der Zeitgeschichte“ und unterstrich ihr außergewöhnliche Rolle als Mahnerin und authentische Aufklärerin. Erika Weinzierl ist Autorin von Büchern und zahlreichen Artikeln und Beiträgen sowie Herausgeberin oder Mitherausgeberin von 30 Büchern und der Zeitschrift „zeitgeschichte“. Ihre bekanntesten Bücher zu diesem Thema sind "Zu wenig Gerechte – Österreich und die Judenverfolgung 1938-1945", 1969 und "Vertreibung und Neubeginn. Israelische Bürger österreichischer Herkunft", 1992.

So reich wie ihre Publikationsliste, ist auch die Liste der Preise, die Erika Weinierl bereits erhalten hat: etwa 1985 das Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, 1988 den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik (den später auch ihr heute anwesender Sohn Ulrich erhielt - offenbar liegt das erfolgreiche Schreiben in der Familie), 1994 Wissenschaftspreis und 2000 Volksbildungspreis der Stadt Wien, 1995 Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (Sonderpreis für das Lebenswerk), 1996 die Samuel-Bloch-Medaille der Aktion gegen den Antisemitismus, oder 2003 den renommierten Donauland-Sachbuchpreis "danubius" für ihr Lebenswerk.

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Fritz Muliar 1919 – 2009

Fast wäre sein Wunsch auf der Bühne zu sterben in Erfüllung gegangen, Er starb  nur einige Stunden später nach seiner letzten Vorstellung im Theater in der Josefstadt . Im Dezember hätte er seinen neunzigsten Geburtstag gefeiert.

Muliar

Muliar wurde als uneheliches Kind geboren und wuchs in Wien-Neubau auf. Sein leiblicher Vater Maximilian Wechselbaum war ein Tiroler k.u.k. Offizier, der sich um seinen Sohn nicht kümmerte und später Nationalsozialist wurde. Muliars Mutter Leopoldine Stand dagegen, die als Sekretärin bei der Österreichischen Kontrollbank arbeitete, war eine überzeugte Sozialdemokratin. 1924 lernte sie den russisch-jüdischen Juwelier Mischa Muliar kennen und heiratete ihn. Fritz Muliars familiärer Hintergrund war damit multikulturell geprägt: Seine Großeltern waren erzkatholisch und deutschnationaler Gesinnung, seine Mutter eine engagierte Linke und sein Stiefvater Jude. Muliar galt als Volksschauspieler. Eine besondere Fähigkeit ist die Darstellung von Tschechisch und Jiddisch sprechenden Menschen. „Ich bin ein Darsteller des kleinen Mannes – ein jüdischer Bankier, das ist noch drinnen, den Othello muss ich nicht unbedingt spielen. Den Lear – nur in einer Musicalfassung.“ Auch privat erzählte er gerne jüdische Witze, die in einem Sammelband „Damit ich nicht vergesse Ihnen zu erzählen. Fritz Muliar erzählt jiddische Geschichten und Lozelachs" (Verlag Der Apfel, 2004) erschienen sind.

Mit der Illustrierten Neuen Welt war er eng verbunden. Anlässlich des 100 Geburtstages unseres Mediums im Jahre 1997 las er für die zahlreich erschienen Gäste kostenlos aus Herzls Briefen. Auch in den letzten Tagen scheint er an uns gedacht zu haben – seinen Beitrag für das Jahresabo der INW erhielten wir  am Montag nach der Todesnachricht vom Sonntag.
Sein herzlicher und offener Umgang mit den Menschen, die er schätzte, wird neben seinen außergewöhnlichen schauspielerischen Talenten unvergessen bleiben. J.N.

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Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst für Alberto Dines.

A. Dines

Brasilia, 24.April 2009: Dem brasilianischen Journalisten und Stefan Zweig-Biografen, Alberto Dines, wurde im   Österreichischen Generalkonsulat in Rio de Janeiro das ihm vom österreichischen Bundespräsidenten verliehene Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst durch Botschafter Hans-Peter Glanzer überreicht.
Alberto Dines, der Stefan Zweig noch persönlich begegnet ist, zählt zu den führenden Experten  zu Leben und Werk des österreichischen Schriftstellers und Humanisten. Sein Buch "Tod im Paradies – Die Tragödie des Stefan Zweig" stellt das Standardwerk über dessen letzten Lebensabschnitt in Brasilien dar.

Buchcover

Dem Einsatz von Alberto Dines ist die Gründung des Stefan-Zweig-Hauses in Petropolis, wo dieser die letzten Monate seines Lebens verbrachte, zu verdanken. Hier soll unter Mitarbeit von österreichischen Gedenkdienern nicht nur an das Leben und Werk von Stefan Zweig erinnert, sondern auch Flucht und Exil von Wissenschaftern und Künstlern, die vor dem Nationalsozialismus nach Brasilien flüchten mussten, dokumentiert werden. Für seine Verdienste um die Erinnerung an die Shoa und andere NS-Verbrechen wurde Alberto Dines vom Österreichischen Gedenkdienst im Jahre 2007 mit dem "Austrian Holocaust Memorial Award" ausgezeichnet.

Letzte Änderung: 02.01.2010
Webmeisterin+Redaktion: Mag. Ditta Rudle
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