Ausgabe Dezember 2008 / Jänner 2009

Aus dem Inhalt der aktuellen Ausgabe

Covoerblid
Dorit Feldmann: "Fountain of Deep",
100 x170 cm, Digitaldruck und Öl auf Leinwand.

Kritik der reinen Toleranz

Der Publizist Henryk M. Broder im Gespräch mit Henriette Schroeder

Henryk M. Broder

Henryk M. Broder – einer der unabhängigsten, provokantesten und eigenständigsten Denker – hat im Sommer 2008 ein neues Buch veröffentlicht mit dem Titel „Kritik der reinen Toleranz“. In dreizehn Kapitel zeigt er, anhand einer Fülle von Beispielen, dass die einstige Tugend Toleranz heute zum Instrument der politisch Korrekten verkommen ist, und nur noch als Feigenblatt für „Feigheit“ und als Codewort für „Rücksichtslosigkeit“ dient. Broders Resümee: „Toleranz ist ein ungedeckter Wechsel auf die Zukunft, ein Angebot an den Sieger von morgen: Ich verschone dich heute, bitte merke es dir gut und verschone mich, sobald du an der Macht bist“.

INW: Toleranz wird von dem lateinischen Wort „tolerare“ hergeleitet, und das heißt soviel wie „ertragen, aushalten“. Nun ist, etwas ertragen und aushalten zu müssen, nicht gerade ein positiver Zustand. Wieso und wann wurde Toleranz zur hohen Tugend in Europa?
HB: Es werden ein Dutzend Preise für Toleranz jährlich in Deutschland verliehen. Das Jüdische Museum in Berlin verlieh den Preis für Verständigung und Toleranz an Altbundeskanzler Helmut Kohl. Der ist nun wirklich die Verkörperung der Intoleranz, er hat mit harter Hand regiert. Mir hat das sehr gut gefallen. Er hat den Preis wahrscheinlich schon deshalb bekommen, weil er die ersten Bismarckschen Sozialgesetze verteidigt hat. Tolerieren, also dulden, ertragen, ist ein vordemokratischer Begriff. Wenn ich jemanden dulde oder ertrage, dann kann ich ihn eines Tages auch zerstören. Wichtig sind: Demokratische Rechte, Gleichheit vor dem Gesetz, die Einklagbarkeit von Gesetzen, das Grundgesetz. Tolerieren stammt aus der Zeit des Feudalismus, als die Gesellschaft noch vertikal organisiert war.
INW: Es wird viel Toleranz heutzutage gefordert: Toleranz gegenüber Islamisten, gegenüber Ehrenmord und Zwangsehe in Migrantenfamilien, gegenüber U-Bahn Schlägern, ... Kaum einer in unserer Gesellschaft ist tolerant gegenüber Rauchern, Dicken oder Konservativen? Woher diese Werteverschiebung?
Toleranz gibt es immer nur gegenüber Rücksichtslosen. Toleranz ist ein Codewort für Rücksichtslosigkeit. Man will es nicht auf eine Kraftprobe ankommen lassen. Der Westen ist kulturell in der Defensive, was ihm an Tatkraft fehlt, macht er durch Toleranz wett, während Migranten, die als benachteiligt gelten, ein gesundes Selbstbewusstsein vorleben, um das man sie nur beneiden kann, und das nicht nur, wenn es um die Größe der Moscheen und die Höhe der Minarette geht, die gebaut werden sollen. Erst wenn meine Tochter im Bikini durch Riad laufen kann, bin ich auch bereit Frauen, die in Köln oder Berlin die Burka tragen, zu tolerieren.
INW: Warum sind Feministinnen und Menschenrechtler gegenüber Männern tolerant, die ihre Frauen zwingen sich zu verschleiern, ihre Töchter zwangsverheiraten? Also ganz andere Maßstäbe ansetzen als zu Hause?
Linke und Liberale entwickeln ein Faible für autoritäre und totalitäre Systeme. Klassenkämpfer haben immer die Sowjetunion idealisiert, jetzt idealisieren sie Kuba und Nord-Korea. Je liberaler sich eine Gesellschaft entwickelt, desto mehr verfallen die Intellektuellen autoritären Systemen. Da kann ich nur Oskar Lafontaine zitieren, der letzthin gesagt hat, der Islam und die Sozialdemokratie verfügten über viele Schnittmengen. Der ist auch so ein Beispiel.
INW: Kein Mensch spricht sofort von anti-christlichen oder anti-jüdischen Ressentiments, wenn Christen oder Juden kritisiert werden. Warum gilt Kritik an Moslems immer gleich als islamophob ?
Islamophobie sehe ich als positiven Begriff, denn wenn ich Angst erkenne, ist das positiv. Der Islam ist gewalttätig, das letzte Kapitel in dem ziemlich dicken Buch heißt Bombay. Rabbiner, Pfarrer und buddhistische Mönche drohen nicht mit Bomben und Selbstmordattentaten. Wenn man sie kritisiert, riskiert man nichts – höchstens in eine Talkshow eingeladen zu werden. Der Kabarettist Bruno Jonas und auch Harald Schmidt erklärten öffentlich, sie würden keine Witze über den Islam machen. So gehen sie kein Risiko ein. Aber sie gehen auch kein Risiko ein, wenn sie sich über den Papst lustig machen – denn das gilt als mutig und couragiert.
Es geht immer um die Androhung von Gewalt. Wäre das Christentum gewalttätig wie der Islam, würde man ihm mit mehr Respekt begegnen.

INW: Gibt es zwei Gesichter der Toleranz?
Nein, es gibt nur ein Gesicht der Toleranz, und das heißt Faulheit und Feigheit. Es gibt keine Probleme mit religiöser Toleranz, das ist ein Vorurteil. Ob jemand am Freitag, Samstag oder Sonntag zum Beten geht, ist völlig irrelevant. Die Religionsdiskussion hat jedoch einen Kollateralschaden hervorgerufen, plötzlich muss man sich zwischen Religionen entscheiden. Ich sage immer, man hat auch
das Recht sich gegen Religion per se zu entscheiden.

INW: Es wird um viel Toleranz geworben für so genannte Widerstandskämpfer, für Terroristen. Wenn Neo-Nazis solche Massaker veranstalten würden, wäre es mit der Toleranz – zu Recht – schnell vorbei. Warum auch hier zweierlei Maß?
Weil man weiß, dass am Ende die Neo-Nazis nur ein ästhetisches Problem sind. Die Fundamentalisten sind das wahre politische Problem. Aber gegenüber Neo-Nazis kann man so prima beweisen, wie mutig man ist. Vor ein paar Wochen demonstrierten Tausende von Antifaschisten in Köln gegen eine Horde von Neo-Nazis, die gar nicht da waren. Absurd, aber mutig.
INW: Der Titel Ihres Buches ist eindeutig eine Anspielung an Immanuel Kant und Peter Sloterdejk. Wollen Sie eine Tradition fortführen?
Nein, ich wollte einfach nur klauen.
INW: „Armut“ wird gerne als Rechtfertigung für Terror, für U-Bahn-Überfälle, für Rechtsextremismus etc. akzeptiert. Warum ist, wer arm ist, gleich mal mit Toleranz gesegnet?
Das ist völlig absurd, durch und durch europäisches, deutsches Denken. Das kommt davon, wenn Menschen 40 Jahre lang mit Werken von Horst Eberhard Richter und ähnlichen Wissenschaftlern berieselt werden.
Jetzt liest man bereits die ersten Kommentare, dass die Terroristen in Bombay arme Moslems waren, die nicht an dem wirtschaftlichen Erfolg der Stadt Anteil haben durften. Wahrscheinlich wurde ihnen kein Ausbildungslehrgang zum Mörder finanziert. Terrorist ist der letzte freie Beruf.
Aus Armut und Verzweiflung wird kein Mensch zum Terroristen, sonst hätten nach dem Zweiten Weltkrieg die Juden Terror verbreitet, und 11 Millionen deutsche Vertriebene würden immer noch als Selbstmordattentäter herumirren.

INW: Ist es nicht merkwürdig, dass man politischen Verbechern gegenüber mehr Toleranz walten lässt als gegenüber einem normalen Verbrecher? Toleranz gegenüber Saddam,
Castro , Assad, Ghaddafi .. ist an der Tagesordnung. Warum?
Der RAF Terrorist Christian Klar fehlt auf Ihrer Liste. Weil man politischen Verbrechern immer gute Motive unterstellt, ein verbreiteter Mythos. Schon Heinrich Himmler in seiner berühmten Posener Rede spricht von der Notwendigkeit anständig zu bleiben.
Solange der Verbrecher kein Konto in der Schweiz hat, unterstellt man ihm hehrere Motive. Hat er Geld, begeht er Verbrechen aus niederen, konventionellen Motiven.

INW: Nach 30 Jahren Mullah-Regime wird mehr für Toleranz für die fundamentalistischen Führer geworben statt Verständnis zu haben für Opfer wie Salman Rushdie. Wie ist das möglich?
Weil man sich statt mit Salman Rushdie mit den fundamentalistischen Mullahs, den politischen Führern arrangiert. Das hat Tradition in Europa. Die Appeasement Politik begann mit dem Münchner Abkommen, 1938. Die Engländer und die Franzosen haben 1939 Polen verraten. Man solidarisierte sich auch mit Wojciech Jaruzelski und nicht mit der regimekritischen, unabhängigen Gewerkschaft „Solidarnosc“. Außerdem ist es kostspielig sich nicht mit Diktatoren zu arrangieren.
INW: Wieso toleriert Europa das nukleare Rüsten des Iran? Israel hingegen wird für seine nuklearen Waffen ständig kritisiert.
Da reicht ein Blick auf die Landkarte. Israel ist so klein, dass man den Namen neben das Land ins Meer schreiben muss. Man verkauft eben lieber Schrauben an 80 Millionen Iraner, als an 6 Millionen Israelis.
INW: Gibt es Bereiche, in denen Sie für Toleranz plädieren würden?

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Der Scheich als Onkel

Obama von den Beduinen adoptiert

Obama und die Beduinen Der Erfolg hat viele Väter, ist ein altbekanntes Diktum.

So ist es vielleicht nicht überraschend, dass der angehende US-Präsident Barack Obama sich nach seinem historischen Wahlsieg einer rapiden Erweiterung seiner Familie erfreuen kann. Ein Beduinenclan in Nordisrael behauptet nämlich, mit dem ersten schwarzen Präsidenten der USA verwandt zu sein:

Obama

Er ist nicht nur schwarz, sondern auch Beduine“, sagte der Clanchef Abdel Rahman Scheich Abdallah in einem Interview an die englische Tageszeitung „The Times“. Sollte Abdallah recht haben, könnte Obama sich über rund 8000 neue Verwandte im nordisraelischen Dorf Bir al Maksur freuen.

Nach westlichen Maßstäben ist Abdallahs Familienforschung bestenfalls lückenhaft. Seine 95-jährige Mutter habe im Fernsehen die „verblüffende Ähnlichkeit“ zwischen Obama und einem afrikanischen Gastarbeiter ausgemacht, der in den dreißiger Jahren bei den reichen Scheichs in Nordpalästina als Gastarbeiter unterkam. Er soll der Bruder von Obamas keniatischer Großmutter gewesen sein. Damals haben Gastarbeiter oft in der Lokalbevölkerung eingeheiratet. „Wir Beduinen haben die besondere Fähigkeit, bei Menschen zu erkennen, welcher Familie sie angehören. Bei Obamas Körpersprache ist es ganz klar, dass er zu unserer Familie gehört“, sagte Abdallah, der gleich ein bisschen Beduinengenetik mit einwarf. „Wir glauben, dass die Eigenschaften eines Kindes zu zwei Dritteln von seinen Onkeln mütterlicherseits bestimmt werden.“ Der eigene Clan ist überzeugt: zwei seiner Neugeborenen wurden bereits nach dem „verlorenen Sohn“ benannt. Skeptikern verspricht der Sprecher des Clans, weitere „eindeutige Beweise“ zu besitzen. Er habe sie nicht veröffentlicht, um den Wahlkampf nicht zu beeinflussen. Er wolle die Dokumente erst präsentieren, nachdem er sie dem neuen Präsidenten persönlich gezeigt habe. Dessen Beraterteam hat bisher zu einem Brief Abdallahs nicht Stellung genommen. Das hindert das Dorf aber nicht, eine große „Hafla“, arabisch für Feier, vorzubereiten, in der zig Schafe zu Ehren Obamas und der erwarteten Gäste geschlachtet werden sollen. In den Nachbardörfern schenkt man Abdallahs Aussagen Glauben, und so pilgern Delegationen aus der Umgebung ins Dorf, um die Beduinen zu ihrem neuen Verwandten zu beglückwünschen.

Nicht nur die Beduinen, auch die Juden wollen Obama unter ihre Fittiche nehmen. So versuchen israelische Zeitungen sich in dem Versuch zu überbieten, jüdische Familienbande zum neuen Präsidenten zu finden. Dabei gruben sie einen Verwandten seiner Gattin Michele aus, der zum Judentum übergetreten ist und zum Rabbiner ordiniert wurde. Längst bezeichnen ihn manche seiner Anhänger „nicht nur als den ersten schwarzen, sondern auch ersten wirklich jüdischen Präsidenten der USA“, da er „unsere Probleme sogar besser versteht als wir selbst“, so Michael Bauer, ein Aktivist der Obama Kampagne und langjähriger Weggefährte, zur Jerusalem Post.

Die Adoptionswelle ist nicht bloß Ausdruck dafür, dass viele auf der internationalen Sympathiewelle für Obama kostenlos mitfahren wollen. Sie ist auch Symptom der Frustration mit der Politik von Obamas Vorgänger und den fast messianischen Hoffnungen, die immer mehr Menschen auch in dieser Region an den jungen Amerikaner knüpfen.

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Kunsthistorisches Institut Wien:

Denkmal für Vertriebene und Ermordete

Denkmal

Am Campus der Universität Wien (AAKH), Hof 9, wurde am 10. Oktober ein Denkmal für Ausgegrenzte, Vertriebene und Ermordete des Kunsthistorischen Instituts Wien von Margit Fischer enthüllt. Bei der Feier zum 150. Jubiläum des Instituts 2004 hat der frühere Londoner Kunsthändler und ehemalige österreichische PEN-Präsident Wolfgang Georg Fischer vorgeschlagen, für die in den Jahren 1933/34 bis 1945 aus ethnischen, religiösen und politischen Gründen ausgegrenzten, vertriebenen und ermordeten Kolleginnen und Kollegen ein Denkmal zu errichten. Zur Errichtung und Finanzierung des Vorhabens wurde ein gemeinnütziger Verein „Initiative Kunstgeschichte“ gegründet, dem Wolfgang Georg Fischer, Hans Aurenhammer, Hans Buchwald, Jörg Garms, Daniela Hammer-Tugendhat, Werner Kitlitschka, Deborah Klimburg-Salter, Hellmut Lorenz, Matthew Savage, Michael Viktor Schwarz, Friedrich Stadler, Lioba Theis und Claudia Waldstein angehören.

Den Entwurf für das Denkmal schuf der am Wiener Institut studierende emeritierte Architekturprofessor Hans Buchwald, der das begehbare Monument in Form eines ringförmigen Studiertisches, der gewaltsam in zwei Teile gerissen wurde, gestaltete. Um den Kreis sind Stühle platziert, die einerseits nahe gerückt, das heißt „besetzt“ sind, während andere entfernter und damit noch frei erscheinen. Eine Glasplatte zwischen den zwei Hälften des Tisches enthält die Namen der bisher ermittelten Betroffenen. Eine Gruppe Studierender hatte dafür im vergangenen Sommersemester die Lebenswege von zirka 60 Institutsmitgliedern erforscht. In die Mitte des Denkmals wurde ein Blauglockenbaum neu gepflanzt.

Mit der 1852 erfolgten Ernennung von Rudolf Eitelberger von Edelberg zum ao. Professor für Kunstgeschichte und Kunstarchäologie begann die Geschichte der Kunstgeschichte als selbstständiges Fach an der Universität Wien. Die sogenannte „Wiener Schule der Kunstgeschichte“ prägte Ende des 19. Jahrhunderts Generationen von KunsthistorikerInnen – namhafte Vertreter des Fachs, wie Franz Wickhoff, Alois Riegl, Max Dvorák und Julius von Schlosser, lehrten am Institut. Prominente Namen wie Hans Sedlmayer, Otto Demus oder Otto Pächt, sind mit dem Institut verbunden. Im Otto Pächt-Achiv wird heute in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Österreichischen Nationalbibliothek Geschichte und Funktion der europäischen Buchmalerei untersucht.
Im Nationalsozialismus kam es, wie bei vielen anderen Instituten auch, zu gravierenden Einschnitten. Ab 1933/34 wurde eine große Anzahl von Institutsmitgliedern, auch Studierende, vertrieben bzw. ermordet. So auch Sir Ernst Hans Gombrich, der 1936 nach London emigriert ist, die Museumskustodin Berta Segall, die bis 1933 am Staatlichen Museum in Berlin angestellt war, Gertrud Bamberger-Zuckerkandl, die 1938 in die USA ausgewandert ist oder Hermann Bessemer, der in Auschwitz ermordet wurde. Nach 1945 kehrten nur Ernst Buschbeck, Otto Benesch, Otto Demus oder Ludwig Münz zurück.

Die Erforschung dieses Teils der Geschichte des Institutes und seiner Mitglieder ist noch nicht abgeschlossen, das Work in progress ist online ablesbar.

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Literatur im Nebel

Jorge Semprun: "Ich möchte nicht der letzte Überlebende sein"

 

In Heidenreichstein, im nördlichsten Waldviertel, fand im Oktober zum dritten Mal „Literatur im Nebel“, ein Literaturtreffen der ganz besonderen Art, statt.

j-Semprún

Den Initiatoren Rudolf Scholten, Robert Schindel und Bürgermeister Johann Pichler ist es gelungen, nach Salman Rushdie und Amos Oz in diesem Jahr Jorge Semprún und Costa-Gavras in den Mittelpunkt dieser sehr prominent besetzen Veranstaltung zu stellen. KünstlerInnen wie Elisabeth Orth, Anne Bennet, Markus Heering, Michael Maertens,Vladimir Vertlib, Eva Menasse, Robert Schindel, Robert Menasse, Franziska Augstein und noch viele andere lasen aus ihren Werken und bringen damit den unglaublich vielen Besuchern, die diesen entlegenden Ort vorher kaum kannten, das Schaffen und die Persönlichkeit der Gäste näher.

Jorge Semprún, 1923 als Sohn einer großbürgerlich Familie in Spanien geboren, spricht mehrere Sprachen fließend. Sein fast perfektes Deutsch stammt von seinem Schweizer Kindermädchen. Sein Vater war Juraprofessor und jahrelang hoher Regierungsbeamter, seine früh verstorbene Mutter Susana Maura die Schwester des ersten Innenministers der spanischen Republik, Miguel Maura. Beim Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs floh die Familie am 23. Sept. 1936 aus Spanien. Der Weg ins Exil führte über Den Haag, wo der Vater von Jorge Semprún Botschafter der Spanischen Republik war. Nach dem Sieg des Franco-Regimes Anfang 1939 ging die Familie nach Paris. Jorge Semprún besuchte erst das Lycée Henri IV und studierte dann an der Sorbonne Literatur und Philosophie. 1941 schloss er sich der kommunistischen Résistance-Organisation Francs-Tireurs et Partisans unter dem Pseudonym „Gérard“ an und trat 1942 in die Kommunistische Partei Spaniens (PCE) ein. 1943 von der deutschen Gestapo verhaftet, wurde er in das KZ Buchenwald deportiert. Nach seinen eigenen Aussagen waren diese Erfahrungen die prägensten in seinem wechselvollen Leben. Dort schützte ihn das Netz der illegalen Organisation.

Wenn es hier eine Moral gibt, dann nicht die des Erbarmens, des Mitgefühls, und noch weniger denn je eine individuelle Moral. Sondern nur die Moral der Solidarität.

Im Lagerbüro für Arbeitsstatistik wird Semprún Genossen vor der Vernichtung nur schützen können, indem er andere gefährdet. In einem Gespräch zwischen Jorge Semprún und Eli Wiesel kommen die Abgründe und die Schwierigkeiten, darüber zu schreiben sehr deutlich zum Ausdruck, aber auch gleichzeitig die Verpflichtung, der Nachwelt ihr Vermächtnis in Form von Erinnerungen zu hinterlassen. Auch die unterschiedlichen Lagerbedingungen zwischen politischen Häftlingen und Juden werden eingehend beleuchtet. Während die Juden total entrechtet der Vernichtung preisgegeben waren, konnten die Politischen doch, wenn auch nur im geringen Maße, Einfluss auf die Organisation nehmen, zumal die deutschen Offiziere ihre Arbeiten gerne delegierten. Im Gespräch mit Robert Schindel unterstrich Semprún die Tatsache, dass alle Gefangene waren und jede Missachtung von Befehlen einem Todesurteil glich, und dennoch gelang es viele Menschen zu retten. Besonders während der letzten Tage kurz vor der Befreiung konnte man schon ein wenig eigenwilliger agieren und einen Widerstand organisieren. Diese Erlebnisse lassen Semprún nicht los und es graut ihm davor, der letzte Zeuge dieser unermesslichen Tragödie zu werden.

Nach der Befreiung war es nicht leicht ins normale Leben zurückzufinden, wobei bürokratische Hindernisse sein Leben noch zusätzlich erschwerten. Ab 1953 beteiligte er sich als Mitglied des Zentralkomitees der spanischen Exil- KP an der Organisation des Widerstands gegen die Franco-Diktatur; unter Lebensgefahr reiste er häufig mit einem gefälschten Pass nach Spanien ein, wo er unter verschiedensten Decknamen, sein berühmtester war Federico Sánchez, die Untergrundarbeit der Kommunistischen Partei leitete. Seine wachsende Kritik am stalinistischen Führungsstil in der spanischen KP führte 1964 zu seinem Ausschluss aus der Partei. Seitdem lebte Semprún als freier Schriftsteller in Paris.

In den sechziger Jahren begann auch durch die enge Freundschaft mit Ives Montand und Simone Signoret sein Interesse für den Film. In Costa-Gavras, dem 1933 in Griechenland geborenen weltberühmten Regisseur, fand er den kongenialen Partner und er schrieb die Drehbücher zu „Z“ und „La guerre est finie“, die heute zu den klassischen Politthrillern zählen.

Costas Gavras

In vielen seiner entsprechenden Filme vermeidet es Costa-Gavras, die Staaten, die den Hintergrund für seine Themen bilden, konkret zu benennen, um durch die Anonymisierung seine Sozial- und Gesellschaftskritik über das konkrete Beispiel hinausgehend allgemeingültiger zu behandeln. „Z“ (1968) basiert auf einem wahren Fall. 1963 wird in Athen bei einer pazifistischen Anti-Atomkraft-Veranstaltung, die durch Schlägertrupps aufgelöst wird, ein Universitätsprofessor ermordet. Bei der organisierten Unruhe soll die Polizei den Stargast schützen, dabei kommt er „zufällig“ ums Leben. Ein Rechtsanwalt klärt auf, aber die Schuldigen innerhalb der Polizeihierarchie kommen durch vorzeitige Pensionierung davon. Bei einem Putsch kommen sie wieder in Amt und Würden, der lästige Rechtsanwalt kommt „aus Versehen“ ums Leben. Ohne Namen, Ort und Vorfall zu nennen, beziehen sich Jorge Semprún und Costa-Gavras in dem Film „Z“ nach einem Roman von Vassili Vassilikos auf diesen Vorfall.

Nach der Demokratisierung Spaniens erlangte er wieder seine spanische Staatsbürgerschaft und wurde von der Regierung Felipe González 1988 zum Kulturminister berufen; als Parteiloser übte er das Amt bis zum Jahr 1991 aus. Semprúns Leben spiegelt einen wichtigen Teil der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts wider und doch ist für ihn nach eigenen Aussagen die Erinnerung an Buchenwald das grundsätzlich Prägende in seinem Leben.J. N.

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Eine pannonische Freundschaft II

Fred SinowatzRichard Berczeller

Aus dem Briefwechsel zwischen Altbundeskanzler Fred Sinowatz
und dem aus Ödenburg stammenden jüdischen Arzt Richard Berczeller.
Der Sozialdemokrat und Schriftsteller wurde 1938 aus dem Burgenland vertriebenen
und ist 1941 über Paris, Vichy-Frankreich und Afrika nach New York emigriert.

Wie mehrere erhalten gebliebene Briefe beweisen, waren die führenden Exponenten der burgenländischen Nachkriegs-SPÖ bemüht, Richard Berczeller zu einer Rückkehr nach Österreich zu bewegen. Wir alle erwarten dich mit Sehnsucht zurück, ließ ihn beispielsweise der SPÖ-Vorsitzende und stellvertretende Landeshauptmann Ludwig Leser in einem mit 7. Juni 1946 datierten, in sehr herzlichem Ton gehaltenen Schreiben wissen und Landesrat Alois Wessely, für Sozial- und Gesundheitsfragen zuständig, schrieb ihm am 29. September 1947, nachdem Richard Berczeller gezögert hatte, die ihm zwischenzeitlich angebotene Chefarztstelle bei der burgenländischen Landeskrankenkasse anzunehmen: Wir haben Not an Männern, die von Ihrer idealen Beschaffung sind“ und sicherte ihm zu, die Stelle auch weiterhin für ihn offen zu halten, da er niemanden wüßte, der die hiefür notwendigen „fachlichen, politischen und menschlichen Voraussetzungen in so hohem Maße wie Richard Berczeller erfülle. Wie engagiert sich die Genossen um eine Rückkehr des jüdischen Intellektuellen bemühten, führt Richard Berczeller in seinem an Fred Sinowatz adressierten Brief vom 4. Jänner 1990 aus. Nicht nur die Freunde aus dem Burgenland, erinnert er sich, hätten ihn zur Rückkehr eingeladen, sondern auch sein Freund Anton Proksch, der sogar einmal nach New York gekommen sei, um ihn zu überzeugen, ÖGB-Präsident Johann Böhm und – abweichend von der damaligen Linie in der Partei, wie Berczeller vermerkt – auch Oskar Helmer. Und anlässlich eines Österreich-Besuchs hätten ihm selbst die beiden zerstrittenen burgenländischen SPÖ-Spitzen Alois Wessely und Hans Bögl (darin waren sie sich einig) offeriert, an sicherer Stelle für den Nationalrat zu kandidieren.

Sinowatz, Berczeller
Richard Berczeller, Fred Sinowatz, 1984

Richard Berczeller konnte sich zwar nie entschließen den Einladungen zur Rückkehr zu folgen, blieb aber der SPÖ, Burgenland, Österreich und Europa Zeit seines Lebens auf das engste verbunden. Wie ein Seismograph registrierte er jede, selbst die kleinste Veränderung in „seiner Partei“, verfolgte mit geradezu wissenschaftlicher Akribie alle politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen und wurde – nicht nur in seinen Romanen und Kurzgeschichten – zu einem feinsinnigen Beobachter seiner Zeit. Er las Le Monde ebenso wie die Oberwarter Zeitung, die New York Times und den Pressespiegel des Bundespressediensts, telefonierte, korrespondierte mit Partei-, mit Ministersekretären, mit der „Journaille“, wie er die Vertreter der Journalisten-Zunft frei nach Karl Kraus gerne nannte, mit Künstlern, den alten Freunden oder ausgewanderten Burgenländern.
Vor allem aber pflegte er eine Vielzahl persönlicher Kontakte: Ob Heinz Fischer oder Hannes Androsch, Erhard Busek, Franz Vranitzky oder Josef Taus, Leopold Gratz, Helmut Zilk oder Josef Klaus, Thomas Klestil, Alois Mock oder Franz Vranitzky, um nur einige aus dem Who is Who der österreichischen Innenpolitik der letzten Jahrzehnte zu nennen – Richard Berczeller kannte sie alle und sie kannten Richard Berczeller. Aber ich hätte ebenso gut auch Ferenc Molnar, Erich Maria Remarque, Michael Curtiz oder Arthur Miller anführen können; oder Stefan Laszlo, den streitbaren Diözesanbischof von Eisenstadt, mit dem den jüdischen Freimaurer eine herzliche Freundschaft verband und der ihn Mitte der 80er Jahre – kaum hatte ihm Bundeskanzler Sinowatz die Viktor-Adler-Plakette verliehen – mit dem St. Martinsorden auszeichnete. Bei wiederholten Begegnungen in unserer Heimat und in den USA habe ich Sie kennen und schätzen gelernt… ich sehe in Ihnen einen Burgenländer, der sich mit der Heimat tief verbunden weiß und der sich im Ausland für die Anliegen seiner Landsleute sowie die Wahrung ihrer Eigenart einsetzt … auch ist bekannt, dass Sie vor dem Zweiten Weltkrieg als praktischer Arzt in Mattersburg gewirkt haben und viele Arme kostenlos behandelt haben…dadurch haben Sie sich auch bedeutende Verdienste um die katholische Kirche erworben, hieß es im bischöflichen Begründungschreiben, das der letzte noch lebende Sozialdemokrat aus des Zeit der Burgenland-Werdens, wie sich der Geehrte, selbstironisch mit seinem „Methusalem-Alter“ kokettierend, auch gerne bezeichnete, tief gerührt an den lieben Fred weiterleitete, ganz so, als wollte er sagen: schau her, auch die Schwarzen wissen, was sie an mir haben…
In seinen 1994 aufgezeichneten Erinnerungen bezeichnete Altbundeskanzler Fred Sinowatz Richard Berczeller als liebenswerten Boten aus der Vergangenheit und engagierten Weggefährten in die Gegenwart, als väterlichen Freund und klugen Ratgeber, dem er sich gerne anvertraute und dessen Urteil er schätzte; aber natürlich wollte er dem letzten überlebenden Zeugen des Wiener Neustädter Gründungsparteitages, dem 1920 von ungarischen Faschisten aus Ödenburg und 1938 von den Nazis aus dem Burgenland vertriebenen „Ursozialisten“ auch das Gefühl geben, immer noch „dabei zu sein“, gleichsam im innersten Zirkel der Partei, wie damals in den 30er Jahren, als der junge jüdische Landarzt als sozialdemokratischer Bildungsfunktionär an den Beratungen des Landesparteivorstands teilgenommen hatte.

Während der gesamten 60er, 70er und frühen 80er Jahre – danach fiel Richard Berczeller das Briefeschreiben alters- und krankheitsbedingt zunehmend schwerer – standen Richard Berczeller und Fred Sinowatz brieflich wie telefonisch in engem Kontakt und pflegten einander – meist wenn die Berczellers im Sommer auf Österreich-Urlaub weilten – zumindest einmal jährlich zu treffen.
Sinowatz hatte vor, den Briefwechsel später noch einmal zu bearbeiten, da in den mehr als hundert, teils hand-, teils maschinschriftlich abgefassten Briefen immer wieder auf das aktuelle politische Geschehen Bezug genommen wird.

Breiten Raum nimmt die seit Mitte der 70er Jahre schwelende Auseinandersetzung zwischen Bruno Kreisky und Hannes Androsch ein. In einer Art Lagebericht, verfasst am Weihnachtstag 1982, zeigt sich Sinowatz tief besorgt über den eskalierenden Konflikt. Es ist jammerschade, dass die Entwicklung so gegangen ist, denn Hannes Androsch besitzt wie keiner von uns wirtschaftspolitische Kompetenz und Führungsqualität. Aber für Bruno Kreisky gibt es diesbezüglich keine Brücke mehr, berichtet er, um indirekt dann auch noch Kreiskys Entscheidung zu kritisieren, nicht – wie von Androsch und einigen anderen vorgeschlagen – schon im Herbst 1982, sondern erst im April 1983 wählen zu lassen.„Für mich ist es sicher, dass wir im Oktober wieder die absolute Mehrheit bekommen hätten, legt er sich, auf aktuelle Meinungsumfragen Bezug nehmend, fest. Offenbar hatte es in den Parteigremien zu diesem Thema auch Streit gegeben, denn er ergänzt: …im Präsidium konnten wir nur mit letzter Kraft ein Zerwürfnis mit ihm (= Kreisky) wegen Androsch’ Vorprellen vermeiden.
Dass Kreiskys Feldzug gegen Androsch nachteilige Folgen für die künftige Partei- und Regierungsarbeit haben werde, steht für Sinowatz bereits 1980 fest, lange bevor ihn Kreisky – nach Androschs erzwungenem Rücktritt – zum Vizekanzler bestellt. Die tiefe Kluft zwischen Kreisky und Androsch (sie hat leider viele Facetten!) beunruhigt die Partei zutiefst, schreibt er am 26.9. aus Bad Hofgastein und fügt hinzu: Gleichzeitig stehen aber große wirtschaftliche Probleme an und auch die Weltlage ist nicht angetan, Sorgen zu mildern.

Auch Ende 1983 – Fred Sinowatz war am Bundesparteitag der SPÖ gerade mit 482 von 485 Stimmen zu Kreiskys Nachfolger als Parteivorsitzender gewählt worden – beklagt Sinowatz den in aller Öffentlichkeit ausgetragenen, rational nicht mehr nachvollziehbaren Konflikt: Kreisky ist sehr stark von seiner Auseinandersetzung mit Androsch geprägt, er ist geradezu fixiert. Die öffentliche
Beschimpfung hat der Partei geschadet
, hält er fest.

Trotz Kreiskys Medienschelte, die sich bald auch gegen ihn selbst und später gegen seine „Erfindung“ Franz Vranitzky richten sollten, bleibt Sinowatz, Kreiskys Nachfolger wider Willen –Das Parteipräsidium hat mich nun doch so weit gebracht, im Falle des Zustandekommens der Koalition mit der FPÖ Bundeskanzler zu werden, lässt er den besorgten Berczeller am 6. Mai 1983 wissen – Bruno Kreisky gegenüber Zeit seines Lebens loyal verbunden. Auch dem alternden, oft launenhaften „Sonnenkönig“ begegnet er respekt- und verständnisvoll: Bruno Kreisky – du weißt wie ich ihn verehre – ist doch älter und leider auch kränker geworden. Lebensweisheit verbindet sich mit leichter Resignation und wer kann es ihm, der so viele Jahre Tag und Nacht da war, verübeln, daß er nicht mehr die Überlegenheit seiner besten Zeit ausspielt, schreibt er Ende 1982 dem Freund nach New York, um zu resümieren: Trotzdem, er ist unser bestes Stück in diesem Wahlkampf, der vor uns steht.
Der Historiker Sinowatz, der auch als Politiker in historischen Dimensionen dachte, wertete Kreiskys große historische Verdienste stets höher als die vielen persönlichen Demütigungen und Verletzungen, die er als sein Nachfolger durch ihn erfuhr.

Richard Berczeller fühlte sich hingegen durch jedes Zeitungsinterview, in dem Kreisky direkt oder indirekt gegen seine Nachfolger opponierte, in seinen Vorbehalten gegen die SPÖ-Ikone bestärkt. Erinnerst Du Dich noch an unseren Briefwechsel über Kreisky, als er noch an der Macht war?, schrieb er beispielsweise am 8. 8. 1987 mit zittriger Hand aus Seefeld/Tirol, wo er gerade Urlaub machte, auf Gartenhotel-Tümmler-Briefpapier, und: Ich wußte immer über seine Rücksichtslosigkeit … Pittermann, mit dem ich seinerzeit im Hochschulausschuß war, sagte mir in Hofgastein, wo wir den Urlaub verbrachten, alles über Kreisky…die Partei wird es überleben, wie sie es auch bei dem rücksichtslosen Olah getan hat!

Er billigte Kreisky zwar unglaubliches staatspolitisches Talent zu, bezeichnete ihn aber gleichzeitig als schwierig und unberechenbar und verkniff es sich nicht, ihn mit einem Rohrspatz zu vergleichen, der hemmungslos schimpft, dabei den altenWeisen spielt und seine emotionale Reaktion in einen ideologischen Mantel hüllt. Vor allem aber warf er ihm vor, sich – wie einst Metternich oder Bismarck – nicht von der Macht trennen zu können. Was Kreisky betrifft, so wird er es nie überwinden, daß er nicht mehr die erste Geige spielen kann, schrieb er einmal, da würden auch keine Beruhigungsversuche und Geburtstagswünsche helfen. Ich weiß, schloss er, fast schon vorwurfsvoll, dass Du noch immer versuchst, Entschuldigungsgründe für ihn zu finden, aber ich glaube, dass ich Dir, als meinem Freund, meine aufrichtige Meinung sagen soll.
Im Herbst 1984 kann sich Sinowatz allerdings Richard Berczellers Lob sicher sein – er bildet – für die Öffentlichkeit völlig überraschend – die von Kreisky übernommene Regierung um. Franz Vranitzky folgte Herbert Salcher, der wenige Wochen zuvor noch der Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung in der leidigen „Causa Androsch“ übergeben hatte, statt Erwin „Lord“ Lanc kam Leopold Gratz und Helmut Zilk ersetzte diesen als Wiener Bürgermeister. Alle Schlüsselressorts – ein Jahr zuvor waren bereits Karl Blecha und Heinz Fischer in die Regierung gewechselt – waren jetzt mit Vertrauten Sinowatz’ besetzt. Dazu kamen noch die langjährige Wiener Vizebürgermeisterin Fröhlich-Sandner, die Frau Karl als Familienministerin folgte, der Salzburger Kulturpolitiker Herbert Moritz und Ferdinand Lacina, der das um die Verstaatlichten-Agenda erweiterte Verkehrsministerium übernahm. Sinowatz hatte sich von seinem Vorgänger emanzipiert.

Dein von der Vergangenheit losgelöster Kurs wird uns langfristig Erfolg bringen, schrieb Berczeller, der in Folge vor allem Franz Vranitzky ins Herz schließen sollte und bestärkte Sinowatz, nach den personellen Weichenstellungen den seit Hannes Androschs Ausscheiden aus der Bundesregierung unterbrochenen Reformprozess in der Wirtschafts- und Verstaatlichtenpolitik wieder in Gang zu setzen.
Auch Sinowatz’ Neupositionierung der SPÖ als „Partei der gesellschaftlichen Mitte“, von Teilen der Partei als Verrat am Sozialismus gebrandmarkt, findet die Zustimmung des alten Freundes. Es gibt zwingende Gründe für diesen Kurs. Er folgt der gegebenen dialektischen Realität, argumentiert er und einmal in Fahrt, nimmt er sich gleich die Parteilinke vor: Das ist eine Karikatur anachronistischer Vorstellungen der Zwischenkriegsjahre, poltert der alte Austromarxist. Die Dialektik Ideologie-Pragmatismus muß verstanden werden, und dies tust DU!

Auch als Sinowatz 1986 als Bundeskanzler und zwei Jahre später als Parteivorsitzender zurücktrat, blieb Richard Berczeller, der „Genosse aus New York“, sein treuer Freund.

Du warst ein vorbildlicher Vorsitzender unserer Partei. Ich habe deine Abschiedsrede gelesen und war beeindruckt – ich bin stolz darauf Dein Freund zu sein, schrieb er am 27. Mai 1988.

Er war stolz auf seinen „Sohn“, als den er Sinowatz erachtete, und alles, was dieser erreicht hatte, dass er die am Ende der Kreisky-Ära hoffnungslos zerstrittene Partei vor dem von vielen erwarteten Zerfall in konkurrierende Flügel verhindern konnte, mit Franz Vranitzky einen Nachfolger installiert hatte, der einen zeitgemäßen, reform- und wirtschaftsorientierten, gleichzeitig „gesinnungsmäßig untadeligen“ Politikertyp neuen Zuschnitts repräsentierte; und dass Sinowatz, der bis heute am meisten unterschätzte Politiker der 2. Republik es war, der in vielen Bereichen – von der Verstaatlichten bis hin zur Europapolitik – den längst fälligen Paradigmenwechsel einleitete.

Vor allem aber erfüllte ihn mit Stolz, dass sein Freund Fred Sinowatz, der im Lauf von mehr als vier Jahrzehnten vom kleinen Parteifunktionär im heimatlichen Neufeld bis zum Bundeskanzler alle Stationen einer Politikerkarriere durchlaufen hatte, stets bescheiden, authentisch und in höchstem Maß integer geblieben und nie der Arroganz der Macht unterlegen war. „Ich bin sicher, daß du, vollkommen rehabilitiert, einmal den Platz in der Geschichte einnehmen wirst, den Du verdienst, schreibt Richard Berczeller 1993 in einem seiner letzten Briefe.Hans Pusch

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Bischof Reinhold Stecher gedenkt der Kristallnacht

Mahnmal von Dvora Barzilai enthüllt

Bei dem feierlichen Gedenkakt anlässlich der Pogromnacht vor 70 Jahren an der theologischen Fakultät in Innsbruck erinnerte Bürgermeisterin Zach daran, dass Innsbruck einer der blutigsten Schauplätze dieser sogenannten Kristallnacht war. Für Landeshauptmann Platter ist sehr wichtig, das geschehene Unrecht nicht zu vergessen, denn die Erinnerung verringert die Gefahr der Wiederholung. Präsidentin Esther Fritsch ging auf Kultur der Erinnerung ein, die ein fundamentaler Bestandteil des Judentums vom Auszug aus Ägypten bis zum heutigen Tage ist. Im Vorfeld dieser Veranstaltung wurde im Gedenken an die vertriebenen und ermordeten Professoren, ÄrtzInnen und StudentInnen der medizinischen Fakultät Innsbruck ein eindrucksvolles Mahnmal von der Künstlerin Dvora Barzilai gestaltet, das die fünf Bücher Moses symbolisiert, enthüllt Stellvertreter-Rektor Manfred Dierich, welcher auf die Tradition des akademischen Antisemitismus hinwies Universitätsvorsitzende Gabriele Fischer bezog sich auf die nur lückenhafte Aufklärung der Geschehnisse zwischen 1938 –1945 und stellte fest, dass die „Kälteversuche“ mit Patienten bis heute nicht bearbeitet wurden. Ari Rath, ehemaliger Chefredakteur der Jerusalem Post, forderte die katholische Kirche auf, sich entschiedener und klarer von antisemitischen Tendenzen zu distanzieren. Nachstehend bringen wir Auszüge der Rede von Bischof Reinhold Stecher, wo er dies auch sehr eindrucksvoll tut.

Fischer, Barzilai
Esther Fritsch, Präsidentin der
Israelitischen Kultusgemeinde Tirol
mit der Künstlerin Dvora Berzilai
vor dem Mahnmal auf dem Klinikgelände

Es ist nicht leicht, als Zeitzeuge für diese dunkle Stunde des Landes eine Festansprache zu halten. Diese Nacht bietet eine Serenade des Grauens, ein Festival der Beschämung. Und vieles geht mir in diesem Augenblick durch den Sinn. Ich will versuchen, in die Skala der Gefühle ein wenig Ordnung zu bringen...

Das erste und unmittelbare Gefühl war das Entsetzen. Ich kann mich noch erinnern, wie meine Mutter fassungslos zu mir gesagt hat: „Heute Nacht haben sie den lieben 80-jährigen Herrn Diamant ein paar Häuser weiter, an der Ecke Adamgasse-Salurnerstraße, über die Stiege hinunter geschlagen, dass die Blutspuren an den Wänden waren... Und der Herr Graubart ist tot...“ Wir waren doch immer bei Graubart zum Schuhe-Einkaufen. Und immer war der Herr Graubart im Geschäft, ein freundlicher Herr, den meine Mutter gekannt hat, für mich der Inbegriff des seriösen Kaufmanns. Meine Mutter hat auch Angestellte von ihm gekannt, die immer betont haben, dass der Chef so korrekt und sozial sei. Und nun ist er tot. Einfach umgebracht. Nicht von irgendeinem Mob aus kriminellen Kreisen. Nein, Akademiker waren dabei, Hochschüler aus radikalen Organisationen. Und da waren bei den Horrorgerüchten dann die Namen meiner ehemaligen jüdischen Mitschüler (sie waren alle rechtzeitig außer Landes gegangen), aber die Elterngeneration war vielfach noch da. Die Namen Bauer, Berger, Schauer?, Grünhut, Pasch... Und die Kurzmanns mit dem kleinen Geschäft in der Altstadt. Ihr Sohn ist der einzige, der von meinen Mitschülern noch lebt – in England. Er hat mir erzählt, wie er seine Eltern beschworen hat, doch auch mit ihm ins Ausland zu gehen. Sie wollten nicht. Der Vater hat gesagt, er sei doch Weltkriegsteilnehmer, mit Auszeichnungen, da könne doch nichts passieren. Sie sind geblieben und endeten in den Gaskammern
Und das Zweite, das heraufsteigt, ist der Zorn. Ich habe meine Mutter noch nie so zornig gesehen.

Ich lese jetzt gerade den Propheten Amos, den ältesten der Propheten. Er ist voller Empörung. Und seine Aufregung gilt nicht so sehr einer mangelnden Frömmigkeit, sein Zorn richtet sich gegen die Auflösung des Rechtsstaats.

Weh denen, die das Recht in bittere Wehmut verwandeln und die Gerechtigkeit zu Boden schlagen. Bei Gericht hassen sie den, der zur Gerechtigkeit mahnt, und wer Wahres redet, den verabscheuen sie. Ihr bringt den Unschuldigen in Not und verweigert dem Armen das Gericht.

In der Kristallnacht hat der nationalsozialistische Staat sozusagen vor der Weltgeschichte feierlich seine Visitenkarte abgegeben, den Ausweis mit der fundamentalen Auflösung des Rechtsstaats. Die sogenannte Volkswut war ja bestens organisiert. Sie spielten perfekt zusammen: Reichsregierung und Parteileitung, alle Dienststellen der SA und der SS, Sicherheitsdienst und Gestapo, Gauleiter und Kreisleiter, Stadtführung und die Schutzpolizei, die auf die verzweifelten Anrufe nicht reagieren durfte, Brandstifter und Mörder – und die verstummte Justiz. Und die Ermordeten und die 5000 zerstörten Synagogen und Geschäfte, und die 30.000 Juden, die im Zusammenhang mit dieser Nacht in die KZs geliefert wurden. Das alles war nun ein Preludium für noch viel Schlimmeres. Aber die Kristallnacht war die feierliche Bankrotterklärung des Rechtsstaates. Der Staat und das organisierte Verbrechen waren identisch.

Ich habe bei Jungbürgerfeiern immer versucht, ein wenig nahe zu bringen, was für ein Wert der Rechtsstaat ist. Ideal kann er nie ganz verwirklicht werden. Aber wer ihn fundamental auflöst, wie das Dritte Reich, der wird als Regierung moralisch illegal und den trifft zurecht der Zorn des Amos, der damals auch ohnmächtig war, aber der durch das Buch der Bücher weitergeht, als Drohung für alle Verächter der Menschenrechte.

Nach Entsetzen und Zorn erfordert aber die Erinnerung an die Kristallnacht die Übersiedlung in den Raum des kühleren Bedenkens. Man muss die Hintergründe zu erfassen versuchen, den Wurzelverzweigungen des Hasses nachgraben, den Nährboden für Vorurteile, Sündenbocktendenzen, Horizontverengungen, Rassestolzdummheiten und Aberglauben aufspüren.

Und da stoße ich unausweichlich auf den christlichen Antijudaismus. Er ist ein immer wieder auftauchendes Gespenst der abendländischen Geschichte und eine schwere Hypothek meiner Kirche. Es ist in der Kirchengeschichte wie in der Weltgeschichte: Die verfälschenden Übermaler sind immer am Werk. Aber die Wahrheit kann zwar unangenehm und beschämend sein, aber sie macht nüchterner, bescheidener, demütiger, antitriumphalistisch, wachsamer, sensibler für Gefahren.
Und daraus sollte eine größere Sensibilität für Fehlentwicklungen der Vergangenheit und lauernde Gefahren der Gegenwart erwachsen, eine Sensibilität, die nicht nur dann reagiert, wenn irgendein Dummkopf in der Straßenbahn „Sieg-Heil“ schreit, sondern auch in den höheren Etagen der Tagespolitik, bei Parteilaufbahnen und parlamentarischen Spielen.
Aber wenn ich an die Schrecken der Kristallnacht denke, bewegen mich nach Entsetzen, Zorn und kritischer Analyse auch andere Gefühle. Ich fühle das Bedürfnis, mich zu verneigen.

Ich möchte mich verneigen vor den vielen unschuldigen Opfern. Sie sind im Frieden, weil Gott auf der Seite der Bedrängten und Verfolgten ist. Aber ich habe ein besonderes Bedürfnis, mich tief zu verneigen vor jenen großen Persönlichkeiten, die so Schreckliches erlebt, aber dann als Überlebende sich nicht nur tiefe Menschlichkeit bewahrt haben, sondern sich positiv für die Schaffung eines humanen Klimas und für Versöhnung eingesetzt haben. Ich darf hier zwei Beispiele erwähnen. Das eine ist unser verehrter, nunmehr heimgegangener Prof. Jakob Allerhand, Universitätsprofessor für Judaistik in Wien. Ich war mit Jascha befreundet. Er hat mir seine Kindheit und Jugend erzählt. Als 12-jähriger dem Todeslager entflohen, wurde das Waisenkind nach Sibirien verfrachtet, kam nach Kasachstan und dann auf abenteuerliche Weise in den Westen. Dieser Mann, mit dieser erschütternden Biographie, hat sich in Österreich immer für die Versöhnung von Kirche und Judentum eingesetzt. Und das ist bewundernswert. Es wäre ihm nicht übelzunehmen, wenn er Verbitterung in sein Wesen aufgenommen hätte. Ein zweiter Großer dieser Art, mit dem ich noch korrespondieren durfte, war Viktor Frankl, der Tiefenpsychologe und Schöpfer der Logotherapie. Ich schenke ihnen allen im Gedenken an das, was sie erleben mussten, eine tiefe Verneigung.

Und schließlich ertönt aus diesem Gedenken gebieterisch ein Befehl, ein Appell, ein Impuls: Verändern!

An sich leben wir ja in einer Epoche, in der sich die Innovationen und Veränderungen in allen Bereichen der Menschheit überschlagen. Aber wenn es um Veränderungen in tiefsitzenden Grundhaltungen geht, in Jahrhunderte lang eingefressenen und eingerosteten Vorurteilen und irrationalen Abwehrhaltungen, dann ist Veränderung gar nicht so einfach. Überkonservativ eingestellte Kreise stemmen sich in Teilen der Gesellschaft gegen derartige Veränderungen. Manchmal klammert man sich sogar an pseudoreligiöse Begründungen. Das haben wir in der Kirche in den mutigen Vorstößen Johannes des XXIII. und des Konzils zu spüren bekommen, als die Neugestaltung der Beziehungen zum Judentum auf dem Programm stand. Wer Mentalitäten verändern will, braucht eine tiefe Überzeugung und einen langen Atem der Geduld. Es ist bekanntlich auch mühsam und langwierig, kontaminierte Böden zu sanieren. Bei den Veränderungen gegen Antijudaismus und Antisemitismus geht es auch um giftige Altlasten am Grunde der Seelen.

Aber, meine verehrten Freunde, ein bisschen hat sich verändert. Ich war Jahrzehnte lang in Jugendarbeit und Schule. In weiß, dass der überwältigende Teil der jüngeren Generation mit diesen Vorstellungen von Gestern und Vorgestern nichts mehr am Hut hatte. Und ich freue mich über das herzliche Verhältnis zur Israelitischen Kultusgemeinde in Innsbruck und ihre Integration in der Öffentlichkeit. Sie ist nicht mehr eine isolierte Gruppe am Rande der Gesellschaft. Sie gehört zur Stadt und zum Land. Ich freue mich, dass unser Kristallnachtdenkmal zwar nicht imposant ist, aber dass es im Wettbewerb von jungen Menschen in den Höheren Schulen gestaltet wurde. Ich freue mich über diese Veränderung, zu der das Ansehen und die geistige Offenheit einer Persönlichkeit wie Frau Prof. Dr. Esther Fritsch, aber auch der Stadtgemeinde und des Landes wesentlich beigetragen haben. Es hat sich dort auch ein wenig verändert. Und so zeigt auch die dunkelste Nacht unserer lieben Stadt einen hellen Streif am Morgenhimmel.

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SEEF EISICOVIC s.A. 1924–2008

Ein Mensch ist von uns gegangen

Eisicovic

Im jüdischen ist der Ausdruck ‚a Mensch sein’‚ die höchste Auszeichnung schlechthin. Ein altes jiddisches Sprichwort drückt dies sehr deutlich aus: Es gibt viele Leute, aber nur wenige Menschen …

Seef Eisicovic ist in diesem Sinne immer Mensch gewesen. Als erfolgreicher Industrieller wirkte er stets bescheiden und zurückhaltend. Erst wenn man das Glück hatte sein Interesse oder seine Sympathie zu wecken, präsentierte sich ein herzlicher, mitfühlender und aufmerksamer Zuhörer, der, wenn er es für nötig hielt, auch Hilfe leistete. Er bevorzugte das direkte Gespräch und drückte sich gerne vor größeren gesellschaftlichen Ereignissen. Die „Illustrierte Neue Welt“ schätzte er sehr und war bis zu seiner Pensionierung auch ein Förderer unserer Publikation. Darüber hinaus verband mich eine langjährige Freundschaft, die noch auf seine Wertschätzung für meinen Vater und dessen Tätigkeit im Rothschildspital zurückreicht.

Über sein abenteuerliches Leben sprach er nur wenig und um seine Tätigkeit in Budapest, wo er im zionistischen Untergrund unter Einsatz seines eigenen Lebens mit der Herstellung von gefälschten Dokumenten zahlreiche Juden das Leben rettete, gab es nur vage Andeutungen. Es ist seiner Tochter Tamara zu danken, dass sie diese für ihn so prägende Zeit in Form einer Biographie festhielt. In stundenlangen Gesprächen erzählte er ganz gegen seine Gewohnheiten über sich und die gefahrvollen Stationen seines Lebens. Ich muss gestehen, dass ich diese Erinnerungen erst nach seinem Tode erhalten und gelesen habe, weil er sich einer Auseinandersetzung mit seiner Person und seiner Vergangenheit meistens entzog.

Sein Interesse galt der Politik und den Menschen, und oft stand auch da Thema der Brutalisierung der Politik im Vordergrund. Israel hatte einen großen Stellenwert in seinem Leben und er fühlte sich vor allem seinem Kibbuz sehr verpflichtet, den er auch bis zu seinem Tode tatkräftig unterstützte. Als wahrer Humanist entsetzte ihn so manche Entwicklung, als Realist beurteilte er sie jedoch meist treffsicher und ohne Illusionen. Dennoch sein Umgang mit Menschen und diese setzten sich aus unterschiedlichsten Kreisen zusammen.

Sein vielseitiges Interesse und sein Engagement legen Zeugnis eines echten Mitgefühls für die Menschen und ihre Belange. Seine ganze Liebe und Hingabe gehörte jedoch seiner Familie, seiner Tochter, seinem Sohn und insbesondere seinen Enkeln, die er abgöttisch liebte und von denen er immer voller Stolz erzählte.

Seef Eisicovich hinterlässt bei allen, die ihn näher kannten, eine große, unersetzbare Lücke. Hier ist ein Mensch von uns gegangen, der stets die Menschen gesucht hat – Ruhe in Frieden – wir werden Dich nicht vergessen!

Joanna Nittenberg

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